Wie der Vater, so die Kinder

Home Schlafen Wohnen

Uwe Mollidor hat das heutige HOME Schlafen & Wohnen 1995 eröffnet. Die Unternehmensnachfolge hat er in seinen beiden Kindern Laura und Dennis gefunden, die schon früh in das Familienunternehmen eingestiegen sind und sich mittlerweile als Mitgeschäftsführer etabliert haben. Wir haben mit den Mollidors über den Familienbetrieb und das besondere Verhältnis untereinander gesprochen.

Interview Wolfgang Schmidt, Xenia Thiem Fotos Erik Spilles

Vor über 20 Jahren haben Sie Ihr Geschäft auf der Aachener Straße eröffnet. Wie kam es dazu?

Uwe Mollidor: Ich hatte keine glatte Karriere. Mein Zeugnis war dramatisch schlecht. Kein Lehrer konnte mich motivieren, etwas für die Schule zu tun oder eine Sprache zu lernen. Mit Hilfe meines Vaters habe ich eine Stelle im Supermarkt bekommen und wusste: Uwe, jetzt musst du was tun!

Von da an habe ich unglaublich viel gearbeitet. Innerhalb eines Jahres bin ich Supermarktleiter geworden, dann Verkaufsleiter und zum Schluss war ich Vice President in einem Handelsunternehmen und habe in dieser Funktion den gesamten Einkauf und Vertrieb geleitet. 1995 habe ich mich dann selbstständig gemacht. Als Schwerpunkt habe ich mich für Wasserbetten entschieden. In Spitzenzeiten haben wir 50 Wasserbetten im Monat verkauft.

Mittlerweile ist HOME kein reines Bettenfachgeschäft mehr, sondern ein Einrichtungshaus. Wir erstellen komplette Wohnkonzepte mit hochwertigen Produkten. Für unsere Kunden ist es ein großer Vorteil, dass sie bei uns alles aus einer Hand bekommen. Wir stimmen Küche, Böden, Polstermöbel, Betten, Terrassenmöbel und die Beleuchtung aufeinander ab. HOME erstellt das Designkonzept zusammen mit dem Kunden und setzt es auch um.

Wie ist das, wenn Vater, Tochter und Sohn jeden Tag zusammenarbeiten?

Laura Mollidor: Ich finde diese Konstellation super schön und möchte sie um nichts missen. Wir sehen uns sechs Tage die Woche, oftmals sieben Tage. Natürlich gibt es auch Situationen, in denen man hart miteinander diskutiert – innerhalb einer Familie werden Dinge offener angesprochen – aber am Ende einigen wir uns und haben ein positives Ergebnis.

Dennis Mollidor: Wir stehen uns grundsätzlich sehr nah, unabhängig von der Firma, sonst könnte man das auch gar nicht so leben. Wir haben ein eher freundschaftliches Verhältnis. Klar ist das manchmal auch schwierig und man hat einen anderen Umgangston als man es unter Kollegen hätte. Entweder man will das oder man will das nicht.
Bei Entscheidungen ist es meistens so, dass meine Schwester und ich gegen den Vater zusammenhalten, aber wenn ich nicht da bin, verbünden die beiden sich auch schon mal gegen mich.

„Ich finde diese Konstellation super schön und möchte sie um nichts missen. Wir sehen uns sechs Tage die Woche, oftmals sieben Tage.“ – Laura Mollidor

War Ihr Vater Ihr großes Vorbild?

Dennis Mollidor: Nein. (lacht) Aber er war auch kein Anti-Vorbild. Unser Vater hat uns keinen Druck gemacht, es war für Laura und mich immer so, dass wir selbst entschieden haben, was wir machen wollen.
Für mich gab es eigentlich nie eine andere Option als in das Familiengeschäft einzusteigen. Ich habe nie darüber nachgedacht, etwas anderes zu machen. Mir haben Möbel immer Spaß gemacht, weil ich als kleiner Junge schon beim Opa, der Schreiner war, viel Holz gesägt habe.
Nach meinem Studium hat der Wasserbettenboom nachgelassen und wir mussten uns umorientieren. Wir haben uns für Boxspringbetten entschieden und ein System ins Programm aufgenommen, mit dem man den Körper scannt und so das perfekte Bettsystem finden kann. Dann haben wir angefangen, Schränke bis hin zu kompletten Ankleiden umzusetzen.
Heute kümmere ich mich hauptsächlich um Einrichtung und kann mich auf dem Gebiet perfekt verwirklichen. Es macht mir nach wie vor Spaß, hier jeden Tag hinzukommen, weil ich etwas gestalten kann.

Laura Mollidor: Ich habe mit 18 hauptsächlich Aufgaben im Büro übernommen, wenn es sein muss, kann ich aber durchaus auch mit anpacken. Nach dem Studium hatte ich mich bei anderen Firmen beworben. Die Angebote, die ich bekommen habe, waren aber alle nicht so spannend wie das, was ich hier gemacht habe. Bei Praktika habe ich gemerkt, dass ich so meine Schwierigkeiten damit habe, wenn mir gesagt wird, was ich zu tun habe und ich nicht eigenständig arbeiten kann. Unser Vater hat uns diese Freiheit gegeben, dafür bin ich ihm sehr dankbar. So konnten wir uns selbst verwirklichen und lernen, für unser Handeln selbst Verantwortung zu übernehmen.