Von der Musik und dem Spatz

Spatz – Health Food & Deli Café

Ingo Noack hat jahrelang in der Musikbranche gearbeitet. Nach seiner Elternzeit stand die Musikwelt auf dem Kopf und Ingo hat sich zusammen mit seiner Frau Verena neu erfunden. Ein Konzept aus New York war die Idee für das Health Food Deli & Café Spatz im Belgischen Viertel. Wir haben mit ihm über Zufälle, gesundes Essen und 200 Jahre altes Holz gesprochen.

Interview Xenia Thiem, Wolfgang Schmidt Fotos Erik Spilles

Wie landet man aus der Musikbranche im „Spatz“?

Ich habe immer in der Musikbranche gearbeitet und das hat mir auch Spaß gemacht. Dann wurde meine Frau Verena schwanger und ich habe 12 Monate Elternzeit genommen. Als ich zurückkam, gab es Spotify und co. und die Musikbranche, wie wir sie kannten, stand Kopf.
Ich hatte immer schon Lust auf leckeres Essen und gesunde Ernährung und durch Zufall habe ich mitbekommen, dass das Ladenlokal frei wurde. Dann ging alles ganz schnell. Bei der Eröffnung 2016 hatten wir keinen Zeitplan, sondern haben einfach angefangen.

Wie ist das Laden-Konzept entstanden?

Meine Frau kommt aus der Modebranche und hat mich unterstützt. Für die Einrichtung hatte ich genaue Vorstellungen. Ich wollte unbedingt altes Eichenholz verbauen, was leider sehr schwer zu finden ist. Ich habe dann einem Sammler die alte Innenausstattung der St. Nikolaus Kirche in Sülz abgekauft. Das Holz im „Spatz“ ist also über 200 Jahre alt. Die Bänke, auf denen wir sitzen, waren die Rückenlehnen der Kirchenbänke.

Was ist das Besondere an dem „Spatz“?

Unser Food Konzept sind Lunchbowls. In einer Schüssel ist immer etwas Warmes, etwas Kaltes, eine Hülsenfrucht, Getreide, rohes Gemüse, blanchiertes Gemüse, Sprossen und ein Dressing, das alles zusammenhält. Alles, was man zu einer Mahlzeit braucht, in einer Schüssel.
Als Topping gibt es auch Fleisch und Fisch. Gesund muss nicht unbedingt vegan sein. Ich mag Schubladen nicht. Die Hauptsache ist, dass du weißt, wo das Produkt herkommt. Eier und Milch bekomme ich von regionalen Bauern, meine Kaffees kommen von Röstern in München und dem Sauerland – auch hier achte ich sehr auf die Qualität des Produktes.

Wir ändern die Karte alle drei Monate. Die beliebtesten Bowls bleiben natürlich, aber die anderen werden durch neue Bowls mit saisonalen Zutaten ersetzt. Im Sommer gibt’s Wassermelone, im Oktober kommt der Grünkohl. Das ändert sich jede Saison.

Wie seid ihr auf den Namen „Spatz“ gekommen?

Die Namensfindung war ein kreativer Prozess, den ich gar nicht mehr rekonstruieren kann. Von „Cups&Bowls“ über „Folks&Sparrows“ bis „The Spatz“ war alles dabei und am Ende habe ich mich dann für das schöne, deutsche Wörtchen „Spatz“ entschieden. Ich finde, als Kölner ist man mit dem Spatz irgendwie verbunden. Ein Spatz ist ein niedlicher Vogel und gerne auch mal ein Kosename.

Bleibt der Spatz im Belgischen Viertel oder fliegt er auch noch weiter?

Das belgische Viertel ist ein sensationeller Standort für mein Konzept. Manchmal hätte ich gerne eine größere Küche und ein größeres Lager. Ich bleibe auf jeden Fall im Belgischen Viertel, aber ich kann mir vorstellen, einen zweiten Standort in Köln zu eröffnen.